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#3. Hintergrundinfos... damit mein Geschreibsel auch mal Sinn ergibt

  • 5. Jan.
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Jan.

ASOG? AWG? Haupthaus? What??? Ja für mich ist natürlich alles glasklar, aber sicher nicht für jeden. Ich fange mal von ganz vorne an.

Wie bereits im Beitrag #1 geschrieben, bin ich seit 17 Jahren Sozialarbeiterin und habe schon in der Betreuung von geistig behinderten als auch psychisch erkrankten Menschen gearbeitet, was der Eingliederungshilfe nach §99 SGB IX zu zuordnen ist. Vereinfacht gesagt, habe ich Menschen in ihrem alltäglichen Leben begleitet. Wohnungsordnung, Krisenintervention, Unterstützung und Begleitung zu Ärzten, Behörden etc., Krisenbewältigung, Entlastungsgespräche, Spaziergänge, leichte Gespräche, Freizeitgestaltung, Netzwerken und natürlich viel Bürokram waren mein tägliches Brot. Die Arbeit war eine gute Mischung aus stressigen und entspannten Phasen. Nun ja, ich wollte Veränderungen und neue Herausforderungen...also bewarb ich mich um und zack neue Stelle als stellvertretende Einrichtungsleitung einer ASOG Unterkunft im städtischen Brennpunkt. Das war vor einigen Jahren mein Einstieg in den Bereich. Mittlerweile bin ich keine Leitung mehr, arbeite nicht mehr im Brennpunkt, sondern bin zu den Wurzeln zurückgekehrt und arbeite wieder klassisch als Sozialarbeiterin im ASOG.


Was ist ASOG denn nun genau?

ASOG Unterkünfte sind Wohnheime für Menschen ohne Wohnung und sollen die Betroffenen vor der Obdachlosigkeit, also dem Nächtigen unter freiem Himmel, schützen. Es sind KEINE Notunterkünfte die abends öffnen und morgens schließen, sondern die Personen können sich den kompletten Tag im Haus aufhalten, haben fest zugeordnete Zimmer die sie jederzeit nutzen können.

Die ASOG Unterkünfte im Berliner Raum sind extrem unterschiedlich. Es gibt Heime mit 5-6 Bett-Zimmern, es gibt Einrichtungen die 1-3 Bett-Zimmer vorenthalten, es gibt Unterkünfte die ausschließlich 1- 2 Bett-Zimmer haben. Auch Wohnheim die kleine Appartements zur Verfügung stellen oder nur 1 Bett-Zimmer haben gibt es ebenso, wenn auch eher selten. Es gibt Einrichtungen mit prekären Zuständen wie verdreckte und kaputte Sanitäranlagen, ständige Gewalt und Diebstahl unter Bewohnenden sowie fehlende Sozialarbeiterische Hilfestellung... das Bild formt oft das gesellschaftliche Bild von "Obdachlosenheimen". Aber es existieren eben auch Heime, die ein wirkliches Schutz - und Hilfsangebot darstellen. ASOG Einrichtungen sind eigentlich nur als vorübergehende Lösung gedacht, bis eigener Wohnraum oder weiterführende Hilfen verfügbar sind. Viele Klienten können den Weg nicht selbständig bestreiten und benötigen fachkundige sozialarbeiterische Beihilfe, um aus der ASOG Unterkunft wieder rauszukommen. ASOG Einrichtungen bieten eigentlich keine Betreuung an, im Sinne von häufigen Begleitungen zu Behörden, Ärzten, Einkauf etc. Hier ist es ebenfalls sinnvoll andere Hilfen zu installieren. Hilfe bei der gemeinsamen (!!) Bearbeitung von Post ist jedoch ein großer Teil der sozialarbeiterischen Aufgabe im ASOG Bereich. Die meisten Personen in solchen Heimen haben massive und vielfältige persönliche Probleme. Einerseits benötigen sie Unterstützung, Hilfe und einen sicheren Raum, andererseits aber auch klare Regeln und Strukturen... was geschieht wenn dies nicht gegeben ist werdet ihr noch lesen können.


 
 
 

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